Balkonkraftwerk vs. Dach-PV: Was lohnt sich mehr?

Balkonkraftwerk vs. Dach-PV: Was lohnt sich mehr?

Wir geben in diesem Artikel einen klaren Vergleich zwischen kompakten Balkonsystemen und klassischen Dach-Photovoltaik-Anlagen.

Balkonkraftwerk vs Dach

Kurze Fakten: Kleine Balkonanlagen kosten meist 400–800 € inklusive Wechselrichter und Montage. Sie liefern typischerweise 600–1.000 kWh im Jahr und lassen sich schnell selbst montieren.

Dagegen sind Dach-PV-Anlagen teurer (ab etwa 2.000 €/kWp) und erreichen mehrere tausend kWh pro Jahr bei 5–15 kWp. Sie bieten planbare Einspeisevergütung und erfordern Fachmontage sowie Netzprüfung.

In diesem Vergleich erklären wir Technik, Wirtschaftlichkeit und Alltagstauglichkeit. Sie erfahren, wie Ausrichtung, Statik und Verschattung den Ertrag beeinflussen und welchen Nutzen die Systeme für Ihr Haus bringen.

Wesentliche Erkenntnisse

  • Kompakte Systeme punkten mit geringen Einstiegskosten und schneller Verfügbarkeit.
  • Dach-PV liefert höhere Erträge und eine 20-jährige Einspeisevergütung.
  • Registrierung und Netzanschluss unterscheiden sich deutlich in Aufwand und Aufwandstiefe.
  • Ausrichtung und Verschattung entscheiden über realen Energieertrag.
  • Für viele Haushalte kann eine Kombination beider Lösungen sinnvoll sein.

Suchintention und Überblick: So finden Sie die passende Solarlösung

Wer Stromkosten senken will, steht oft vor der Wahl zwischen schneller Mini‑PV für Balkon oder einer kompletten Photovoltaikanlage fürs Haus.

In diesem artikel erklären wir, welche Kriterien bei der nutzung und beim kauf wichtig sind. Entscheidend sind Budget, verfügbare Fläche und Ihr Verbraucherprofil.

Für Mieter und kleine Budgets ist die Balkon‑PV attraktiv: geringer aufwand, schnelle Inbetriebnahme und einfache Registrierung im MaStR.

Bei hohem Verbrauch — etwa E‑Auto oder Wärmepumpe — rechnet sich eine größere Photovoltaikanlage. Sie erfordert mehr Planung, liefert aber deutlich mehr Ertrag und planbare Vergütung.

  • Schnellstart: Mini‑PV für Eigenverbrauch und Miete.
  • Langfristig: Hausanlage für große Lasten und Einspeisung.
  • Organisation: Registrierung vs. Netzprüfung und Zählerwechsel.
KriteriumMini‑PVPhotovoltaikanlageEmpfohlene Nutzung
Investition€ 400–800≥ € 2.000 / kWpGeringes vs. hohes Budget
AufwandGering, schnelle AnmeldungPlanung, Netzprüfung, MontageSchnellstart vs. Langfristplanung
Jahresertrag600–1.000 kWhMehrere tausend kWhGrundlast vs. Versorgung großer Verbraucher

Am Ende dieses Abschnitts kennen Sie die nächsten Schritte für den kauf und die passende Projektgröße. Im nächsten Abschnitt vergleichen wir die Systeme im Detail.

Balkonkraftwerk vs Dach

Ob balkon, Fassade oder komplettes Dach — die passende Solarlösung hängt von Bedarf und Fläche ab.

Mini‑PV im Überblick: Steckersolar für Balkon, Fassade oder Garten

Wir stellen die steckerfertige Mini‑PV als praxisnahe Solaranlage vor: meist ein bis zwei Module mit integriertem Wechselrichter. Die Modulleistung kann bis zu 2.000 Wp betragen, doch der Betrieb über eine Steckdose begrenzt die Einspeise‑Leistung typischerweise auf 600–800 W.

Das macht die Installation einfach: flexible Befestigung an Brüstung, Fassade oder im Garten und schnelle Demontage beim Umzug. Im Alltag reduziert die Mini‑PV den Netzbezug, indem sie Grundlasten und tagsüber laufende Geräte versorgt.

balkonkraftwerk

Dach-Photovoltaikanlage im Überblick: Skalierbare Leistung für das ganze Haus

Eine Haus‑Photovoltaikanlage ist praktisch frei skalierbar. Übliche Größen liegen bei 5–15 kWp, um Haus, E‑Auto oder Wärmepumpe zu versorgen. Solche Anlagen erzeugen regelmäßig Überschüsse, die vergütet eingespeist werden können.

  • Installation: Mini‑PV: einfache Selbstmontage. Große Anlage: professionelle Planung, Statikprüfung und Montage.
  • Langfristig: Mini‑PV als niedriger Einstieg, große PV‑Anlage als umfassende Lösung für hohe Eigenverbrauchsquoten.

Leistung und Ertrag: 800 Watt vs. mehrere kWp

Die Leistung entscheidet, wie viel Solarstrom wirklich im Haushalt ankommt.

Ein steckerfertiges System speist über den Wechselrichter meist 600–800 watt ein. In der Praxis ergibt das bei guter Ausrichtung und wenig Verschattung etwa 600–1.000 kWh pro Jahr.

Eine größere photovoltaikanlage auf dem dach liegt typischerweise bei 5–15 kWp. Solche Anlagen erzeugen deutlich mehr Jahresstrom und können große Teile des Verbrauchs decken.

Einflussfaktoren auf Ertrag

Ausrichtung spielt eine große Rolle: Süden maximiert Ertrag, Ost/West verteilt die Produktion und erhöht den Eigenverbrauch.

Verschattung durch Bäume oder Nachbargebäude reduziert die Leistung stark. Bei großen Anlagen helfen optimierte Stringplanung und Leistungsoptimierer.

Das Haushaltslastprofil ist wichtig: Wer tagsüber viel Strom verbraucht, nutzt mehr Solar direkt und spart Kosten.

KriteriumSteckerfertiges SystemHaus‑PhotovoltaikPraxis‑Nutzen
Leistung600–800 watt Wechselrichter5–15 kWpEinfacher Einstieg vs. skalierbare Leistung
Jahresertrag600–1.000 kWhMehrere tausend kWhGrundversorgung vs. große Deckungsanteile
Kosten/ kWhNiedrige Anschaffung, höhere kWh‑KostenHöhere Investition, geringere GestehungskostenAmortisation über Jahren günstiger bei größeren Anlagen

Fazit: Leistung, Ausrichtung, Wetter und Verbrauchsprofil bestimmen den Nutzen. Wir empfehlen, Leistung (kWp) und Eigenverbrauch gemeinsam zu planen, um Kosten pro kWh langfristig zu senken.

Kosten, Förderung und Amortisation im Vergleich

Die Frage nach Kosten, Förderung und Amortisation entscheidet oft über die Wahl der passenden Solarlösung.

Mini‑PV startet mit niedrigen Anschaffungskosten: typischerweise 400–800 €. Ein kleiner Zusatzspeicher erhöht die Summe oft um >700 € und ist wirtschaftlich umstritten.

Große Photovoltaikanlagen kosten deutlich mehr: etwa ≥ 2.000 € pro kWp. Eine 10‑kWp‑Anlage landet schnell bei ≥ 20.000 € Gesamtinvestition.

kosten

Förderlandschaft und steuerliche Effekte

Regionale Zuschüsse können die Anschaffungskosten senken (z. B. Berlin: 500 €). BEG- und KfW‑Programme unterstützen größere Anlagen, betreffen aber oft auch EEG‑Fragen.

Amortisation und Einspeiseeffekte

Bei kleinen Systemen rechnet sich die Investition meist in rund 5–6 Jahren, weil die Anfangskosten gering sind und Eigenverbrauch hoch bewertet wird.

Für größere Anlagen hängt die Amortisation von Ertrag, Eigenverbrauchsquote und Stromkosten ab. Einspeisevergütung spielt eine Rolle, doch Eigenverbrauch ist meist wirtschaftlicher.

  • Investition: 400–800 € vs. ≥ 2.000 €/kWp.
  • Förderung: kommunal bis BEG/KfW; Prüfung empfehlenswert.
  • Speicher: beim kleinen System oft nicht rentabel; bei großen Anlagen sinnvoller.
KriteriumKleine AnlageGroße Photovoltaikanlage
Typische Kosten400–800 €≥ 2.000 €/kWp (z. B. ≥ 20.000 € für 10 kWp)
Amortisation~5–6 JahrenVariabel, oft länger
FörderungKommunale Zuschüsse möglichBEG/KfW-Mittel, steuerliche Effekte

Fazit: Kostenstruktur, verfügbare Förderung und die Relation zu Ihren aktuellen Stromkosten bilden die Basis für eine wirtschaftliche Entscheidung. Eine realistische Jahresertragsprognose ist dabei entscheidend.

Installation, Anmeldung und Recht: Was aktuell gilt

Die rechtlichen und technischen Schritte bestimmen, wie schnell Ihre Solaranlage ans Netz geht. Wir erklären die wichtigsten Regeln und zeigen, wie Sie Aufwand und Zeit minimieren.

Registrierung für kompakte Systeme

Seit Anfang 2024 reicht für kleine Module die vereinfachte Registrierung im Marktstammdatenregister. Die separate Anmeldung beim Netzbetreiber entfällt, dadurch sinkt der bürokratische Aufwand.

Anmeldung und Prüfpflichten für Hausanlagen

Für größere Photovoltaikanlagen bleibt die Anmeldung komplex. Es sind Netzverträglichkeitsprüfungen, ein Messkonzept mit Zweirichtungszähler und ein Inbetriebnahmeprotokoll erforderlich.

  • Zähler: Alte Ferraris-Zähler müssen ersetzt werden; digitale Zähler oder Smart Meter sind für Vergütung und Messung nötig.
  • Fachmontage: Statik, elektrische Sicherheit und vollständige Dokumentation sind rechtlich vorgeschrieben.
  • Prozess-Tipp: Unterlagen strukturieren, Prüfberichte früh anfordern und Termine mit dem Netzbetreiber abstimmen.

Ergebnis: Mit strukturierter Installation und korrekter Anmeldung lassen sich Fristen einhalten und rechtliche Risiken vermeiden.

Eigenverbrauch, Einspeisevergütung und Zählerwahl

Eigenverbrauch ist meist die wirtschaftlichste Strategie, um Stromkosten nachhaltig zu senken. Wer Geräte tagsüber betreibt, nutzt erzeugte Energie direkt und ersetzt teuren Netzstrom.

einspeisevergütung

Eigenverbrauch zuerst: Stromkosten senken durch tagsüber verlagerten Verbrauch

Wir empfehlen, Waschmaschine, Geschirrspüler oder Ladevorgänge tagsüber zu planen.

Programmierbare Geräte und Zeitschaltfunktionen erhöhen den Eigenverbrauch einfach und kostenarm.

Einspeisevergütung aktuell

Die einspeisevergütung liegt derzeit bei rund 7,95 ct/kWh. Sie ist für 20 Jahre ab Inbetriebnahme fix, neue Anlagen unterliegen jedoch einer Degression.

In vielen Fällen lohnt sich vor allem der direkte Verbrauch. Die Vergütung ergänzt die Kalkulation, ersetzt sie aber meist nicht.

Zähler und Stromnetz: praktische Regeln

Alte Ferraris‑zähler werden ersetzt, denn sie drehen rückwärts und sind künftig unzulässig. Für Vergütungsansprüche ist ein Zweirichtungszähler erforderlich.

Digitale Zähler oder Smart Meter erfassen Flüsse korrekt; ohne Zweirichtungszähler fließt Überschuss meist unentgeltlich ins stromnetz.

  • Anmeldung: Prüfen, ob die Anmeldung zur Einspeisung den Aufwand wert ist.
  • Praktikertipp: Bei kleinen Systemen ist Eigenverbrauch oft wirtschaftlicher als Nachrüstung des Zählers.

Platz, Ausrichtung und Statik: Balkonfläche vs. Dachfläche

Platz und Tragfähigkeit entscheiden über Größe, Ertrag und Installation. Für eine klassische Haus‑anlage rechnen wir mit etwa 6–6,4 m² Dachfläche pro kWp.

Für ein kleines Balkon‑System ist die verfügbare Fläche flexibler: Module lassen sich an Brüstung, Fassade oder auf Flachdächern aufständern. Die Montage ist meist einfacher und verursacht geringere Kosten.

BKW‑Montage: Brüstung, Fassade, Flachdach-Aufständerung

Wir zeigen praktische Befestigungen: Brüstungshalter, Fassadenclips oder ballastierte Aufständerungen. So lässt sich die Anlage je nach Standort optimal ausrichten.

Dach‑PV‑Planung: Fläche, Neigung und Statik

Module wiegen typischerweise 16–25 kg. Zusätzlich sind Wind‑ und Schneelasten zu beachten. Besonders aufgeständerte Flachdächer brauchen eine Statikprüfung.

  • Ausrichtung: Süden für Maximalertrag, Ost/West für gleichmäßigeren Eigenverbrauch.
  • Module: Monokristalline Module bieten hohe Effizienz; Dünnschicht ist leichter, liefert aber weniger Energie.
  • Praxis: Kabelführung, Befestigungssysteme und Witterungsbeständigkeit sichern lange Lebensdauer.

Ergebnis: Wir planen platz‑ und statikgerechte Lösungen, die Ertrag, Installation und Kosten in Einklang bringen.

Speicher, Autarkie und Alltagstauglichkeit

Speicherlösungen entscheiden oft, ob sich der erzeugte Strom lohnt. Wir ordnen die Optionen sachlich ein und zeigen, wann ein Akku sinnvoll ist.

Speicher für kompakte Systeme: wirtschaftlich fraglich

Bei kleinen Steckersystemen sind Zusatzspeicher meist nicht rentabel. Die gespeicherte Energiemenge ist gering, die kosten für Akku und Integration hoch.

Im Betrieb decken solche Systeme tagsüber Grundlasten im haushalt wie Kühlschrank und Standby. Sie bieten aber keine Notstromfunktion, weil der wechselrichter bei Netzausfall abschaltet.

Heimspeicher für größere Anlagen: spürbare Vorteile

Bei einer voll geplanten Photovoltaik‑Anlage steigert ein Heimakku den Eigenverbrauch deutlich. Überschussenergie wird gespeichert und am Abend genutzt, wodurch der Netzbezug sinkt.

Realistische Autarkiegrade liegen deutlich unter 100 %, sind aber bei richtiger Dimensionierung spürbar. Intelligentes Lastmanagement reduziert den Speicherbedarf und verbessert die Wirtschaftlichkeit.

  • Praxis‑Tipp: Speichergröße an Jahresertrag und Tagesprofil anpassen.
  • Sicherheit: Wechselrichter‑Typ prüfen, Notstrombedarf separat planen.
  • Fazit: Für Hausanlagen lohnt sich ein Akku öfter; bei kleinen Systemen sollten Sie Zusatzspeicher kritisch prüfen.

Entscheidungshilfe: Für wen lohnt sich was - und lässt sich beides kombinieren?

Dieser Abschnitt zeigt, wem welche Solarlösung echten Mehrwert bringt.

Mieter und kleine Budgets

Für Mieter und Menschen mit begrenztem Budget ist das balkonkraftwerk oft die beste Wahl.

Es bietet einen niedrigen Einstieg, einfache Installation und lässt sich beim Umzug spurenlos mitnehmen.

Die kosten sind gering, die Anmeldung ist meist unkompliziert.

Eigenheim mit hohem Verbrauch

Wer ein haus besitzt und viel lädt (E‑Auto, Wärmepumpe), profitiert von einer skalierbaren Photovoltaikanlage.

Die anlage liefert höhere Erträge und unterstützt langfristig niedrigere Stromkosten.

Beim kauf sollte die Abstimmung mit dem netzbetreiber und die Auswahl des wechselrichter früh geplant werden.

Kombinationen: praktikabel und wirtschaftlich

  • Ein separat betriebenes balkonkraftwerk neben einer Haus‑PV ist oft unkompliziert und kostensparend.
  • Elektrische Kopplung verlangt Prüfung von Leistung und Spannungs‑Kompatibilität; ggf. Wechselrichtertausch und Fachbetrieb nötig.
  • Erweiterungen am gleichen Gebäude innerhalb 12 Monaten können alte einspeisevergütung-Konditionen sichern.

Ergebnis: Mieter starten günstig mit einem kleinen System; Eigentümer planen eine große Anlage für hohe Lasten. Die Kombination lohnt sich, wenn Technik und rechtliche Vorgaben abgestimmt sind.

Fazit

Zum Abschluss fassen wir die wichtigsten Entscheidungsfaktoren kurz und pragmatisch zusammen.

Im direkten Vergleich zeigt sich: Ein balkonkraftwerk ist der schnelle, kostengünstige Einstieg. Mit rund 400–800 € Anschaffung liefert es über den wechselrichter bis zu 800 watt Einspeiseleistung und reduziert spürbar Ihre stromkosten.

Eine größere photovoltaikanlage auf dem dach bietet dagegen mehr kWp, höhere Jahreserträge und langfristigen Nutzen. Entscheidend bleiben Eigenverbrauch, passende module, korrekte zähler-Wahl und die Einbindung ins stromnetz.

Förderungen können Anschaffungskosten senken. Wenn Sie möchten, erfahren Sie mehr über unsere Erfahrung mit über 240 installierten Systemen und >2,5 MWp Gesamtkapazität auf unsere Erfahrung.

FAQ

Was ist der Unterschied zwischen einem Balkonkraftwerk und einer Dach-Photovoltaikanlage?

Ein Balkonkraftwerk ist eine kompakte, steckbare Mini-PV-Lösung mit geringer Leistung (typisch 300–800 Watt), die direkt in die Haushaltssteckdose einspeist. Eine Dach-PV ist eine fest installierte Anlage mit mehreren kWp, die auf dem Dach montiert wird, an den Wechselrichter und das Hausnetz oder das öffentliche Netz angeschlossen wird und deutlich höhere Jahreserträge liefert.

Wie viel Leistung und Stromertrag kann ich von einem Balkonkraftwerk erwarten?

Typische Module für Balkone liefern zusammen 300–800 Watt. Jahreserträge liegen oft zwischen 600 und 1.000 kWh, abhängig von Standort, Ausrichtung und Verschattung. Damit lassen sich Teile des Tagesverbrauchs abdecken, aber selten der gesamte Haushaltbedarf.

Welche Leistung bringt eine Dach-Photovoltaikanlage und wie viel Strom erzeugt sie?

Dachanlagen beginnen meist bei 3–5 kWp und reichen häufig bis 10–15 kWp oder mehr. Pro kWp sind je nach Region 800–1.000 kWh/Jahr realistisch; eine 10-kWp-Anlage kann also mehrere Tausend Kilowattstunden jährlich erzeugen und große Verbrauchsposten wie E-Auto oder Wärmepumpe deutlich mit Solarstrom versorgen.

Wie unterscheiden sich Anschaffungs- und Installationskosten?

Einsteigermodelle für Balkonlösungen starten bei wenigen Hundert Euro (ca. 400–800 €), während Dachanlagen grob mit ≥ 2.000 € pro kWp kalkuliert werden. Bei Dach-PV kommen Montage, Wechselrichter, ggf. Speicher und Netzanschlusskosten hinzu. Die Amortisationszeit ist bei Dachanlagen wegen höherer Erträge oft trotzdem wettbewerbsfähig.

Brauche ich für ein Balkonkraftwerk eine Anmeldung oder Genehmigung?

Kleine steckbare Systeme erfordern meist keine aufwändige Netzbetreiber-Anmeldung, sollten aber im Marktstammdatenregister eingetragen werden. Lokale Regelungen variieren; wir empfehlen vorher die Information beim Netzbetreiber und ggf. kurze Rücksprache mit der Hausverwaltung.

Welche rechtlichen Pflichten gelten für eine Dach-Photovoltaikanlage?

Für Dach-PV sind Meldung beim Netzbetreiber, Eintrag ins Marktstammdatenregister und oft ein Zweirichtungszähler nötig. Zusätzlich können Netzverträglichkeitsprüfungen und bauliche Genehmigungen erforderlich sein. Fachgerechte Dokumentation und die Installation durch zertifizierte Elektriker sind Pflicht.

Lohnt sich ein Batteriespeicher für Balkonlösungen oder Dachanlagen?

Speicher erhöhen den Eigenverbrauch, sind bei kleinen Balkonmodulen wegen der geringen Produktion wirtschaftlich oft weniger sinnvoll. Für Dachanlagen mit höherer Erzeugung kann ein Heimspeicher die Eigenverbrauchsquote deutlich steigern und die Amortisation verbessern, insbesondere bei E-Auto oder Wärmepumpe.

Wie wirkt sich Ausrichtung und Verschattung auf Ertrag und Auswahl aus?

Südausrichtung und ein optimaler Neigungswinkel steigern den Ertrag. Ost/West-Aufstellungen funktionieren, liefern aber geringere Spitzen. Verschattung reduziert Leistung stark; Module mit guter Verschattungsoptimierung oder Stringwechselrichter können helfen. Auf Balkonflächen ist die flexible Platzwahl ein Vorteil.

Welche Rolle spielt der Eigenverbrauch gegenüber Einspeisung?

Eigenverbrauch senkt direkte Stromkosten, da eingespeister Strom meist gering vergütet wird. Bei kleinen Anlagen ist Eigenverbrauch besonders wichtig. Dachanlagen mit hohem Eigenerzeugungsanteil und Speicher erreichen die besten Kosteneinsparungen über die Jahre.

Wie hoch ist die aktuelle Einspeisevergütung und was bedeutet das für mich?

Die Einspeisevergütung schwankt; aktuell liegen Referenzwerte im einstelligen Cent-Bereich pro kWh (z. B. rund 7–9 ct/kWh). Für neue Anlagen ist die Vergütung langfristig befristet; wirtschaftlich lohnender ist oft die Nutzung des erzeugten Stroms im eigenen Haushalt.

Welche Zählerarten sind relevant und wann braucht man einen Zweirichtungszähler?

Ältere Ferraris-Zähler messen nur Verbrauch. Bei Eigenerzeugung und Einspeisung sind digitale Zähler oder Zweirichtungszähler nötig, um eingespeiste und bezogene Energie korrekt zu erfassen. Netzbetreiber geben vor, welche Zähler erforderlich sind.

Kann ein Balkonkraftwerk die Statik oder Versicherung beeinflussen?

Kleine Balkonmodule beeinflussen die Statik kaum, größere Aufständerungen auf Flachdächern oder Fassaden sollten geprüft werden. Wichtig ist Absprache mit Vermieter oder Hausverwaltung und Information an die Wohngebäudeversicherung, damit Haftungsfragen geklärt sind.

Für wen eignet sich ein Balkonkraftwerk besonders, und wer sollte in eine Dach-PV investieren?

Balkonkraftwerke eignen sich für Mieter, kleine Budgets oder als Einstieg in Solarenergie mit minimalem Aufwand. Dach-PV lohnt für Eigenheimbesitzer mit ausreichend Dachfläche, hohem Stromverbrauch oder Plänen für E-Mobilität und Wärmepumpe — hier sind Skalierbarkeit und Wirtschaftlichkeit deutlich größer.

Lassen sich Balkonmodule und Dach-Photovoltaik kombinieren?

Ja. Balkonmodule können kurzfristig den Eigenverbrauch erhöhen, während eine spätere Dachanlage die Basisversorgung liefert. Wichtig ist die korrekte Anmeldung und elektrische Integration, damit Netzbetreiber und Sicherheitsanforderungen erfüllt sind.

Wie lange halten Module und wie ist die Wartung?

Solarmodule haben typischerweise eine Lebensdauer von 20–30 Jahren mit geringem Leistungsabfall. Bei beiden Systemen sind gelegentliche Sichtprüfungen, Reinigung und Kontrolle des Wechselrichters sinnvoll. Dachanlagen benötigen regelmäßige Inspektion durch Fachbetriebe, vor allem bei Wechselrichtern und Befestigungen.

Welche Fördermöglichkeiten und steuerlichen Aspekte sollte ich prüfen?

Förderprogramme auf kommunaler und Bundesebene (z. B. KfW/BEG, lokale Zuschüsse) unterstützen oft Dachanlagen und Speicher. Steuerliche Aspekte wie Abschreibungen, Einspeisevergütung und EEG-Regelungen beeinflussen die Wirtschaftlichkeit. Wir empfehlen Beratung durch Energieberater oder Steuerberater.

Wie schnell amortisiert sich eine Anlage typischerweise?

Die Amortisationszeit hängt von Anschaffungskosten, Förderung, Eigenverbrauchsquote und Strompreis ab. Kleine Balkonlösungen amortisieren in der Regel schneller wegen niedriger Kosten, liefern aber geringere Einsparungen. Dachanlagen amortisieren über längere Zeit, erzielen aber höhere jährliche Einsparungen.